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Zehn Punkte, die Paare gut durch die Kinderwunsch-Zeit bringen

„Wie, das wird bei uns nicht so einfach mit der Schwangerschaft?“

Wir gehen jetzt mal davon aus, dass ein Paar – also Ihr beide – ein Kind will, uns zwar miteinander. Jetzt denken die meisten: ist ja nicht schwer. Pille weg lassen, Sex haben, zack schwanger, neun Monate später kommt das Kind und fertig. Bei erstaunlich vielen klappt das auch so, doch leider nicht bei allen. Diese haben Sex (nach Plan), stellen die Ernährung um, lesen 1000 Bücher zum Thema, lassen sich behandeln und werfen sich voller Tatendrang in unbekanntes Terrain. Es hagelt gut gemeinte Ratschläge von allen Seiten, alle wissen es am besten und schlussendlich passt das meiste dann doch nicht zur eigenen Situation… Kennst Du das?

Dann hier speziell für Dich zehn Punkte zur Orientierung, um in den nächsten Monaten des Kinderwunsches den „roten Faden“ selbst in der Hand behalten zu können:

1.Lerne Deinen Zyklus kennen! 
Schwanger werden kannst Du nur an wenigen Tagen des jeweiligen Zyklus rund um den Eisprung (pass auf, dass Du nicht zu spät dran bist!). Diese fruchtbaren Tage kannst Du z.B. mit einem Zykluscomputer (Apotheke), Ovulationstests aus dem Drogeriemarkt oder auch der Messung der Basaltemperatur bestimmen. Besprich mit Deiner Gynäkologin die beste Methode für Dich und Deinen Zyklus und pass auf mit diversen Zyklus-Apps! Laut Stiftung Warentest halten nur ganz wenige, was sie versprechen! Auch warnen bereits manch Ärzte aus den Kinderwunsch-Kliniken vor deren Ungenauigkeit und den damit vertanen Schwangerschafts-Chancen ihrer Patientinnen.

2.Habt Sex – aber richtig!
Lasst Euch nicht von den Binsenweisheiten vom Nachbarn der Cousine Eurer Tante verunsichern. An Deinen (jetzt bekannten) fruchtbaren Tagen solltet Ihr (mehr als 1x) „Sex nach Plan“ haben. Die anderen Tage des Monats sind für „Sex zum Spaß“ reserviert. Du weißt, dass Du an diesen Tagen quasi garantiert nicht schwanger wirst, also mach Dich frei von unrealistischen Hoffnungen. Und wenn der Spaß sich nicht einstellen will, dann ist das auch okay. Macht Pause in der Zeit und massiert Euch lieber die Schultern oder Füße.

3.Lasst Euch medizinisch durchchecken – BEIDE!
Wenn Du mehrere Monate trotz Sex an den fruchtbaren Tagen nicht schwanger wirst, sprich mal mit Deiner Gynäkologin. Je nachdem, wie alt Du bist, sollte jetzt früher oder später der große Check-Up anstehen. Die Regelmäßigkeit Deines Zyklus hast Du ja bereits ein paar Monate protokolliert, jetzt müssen Deine Hormonwerte umfangreich bestimmt werden.

Auch die Männer müssen jetzt zum Arzt (Urologie). Eine Sperma-Probe bringt Aufschluss über Qualität und Quantität und ist wichtig für die weitere Planung Eurer Möglichkeiten. Wenn Du zu den Männern gehörst, die hier ihre Männlichkeit in Frage gestellt sehen und Du großzügig zuerst einmal die Ergebnisse Deiner Partnerin abwarten möchtest, dann lass Dir zwei Dinge sagen: a) Du kommst sowieso nicht drum rum und b) es wird Ärger zwischen Euch geben, wenn Du hier nicht auch Verantwortung übernimmst. Glaub mir.

4.Suche Dir Ärzte, die sich wirklich auskennen!
Es kann sein, das Dein Gynäkologe/Urologe den ultimativen Durchblick in Sachen Kinderwunsch hat, immer auf dem neuesten Stand ist und alle Geräte und Möglichkeiten zur Diagnosestellung besitzt. Dann bist Du dort genau richtig. Doch vertraue nicht automatisch darauf. Jeder Arzt, auch jeder Facharzt, hat seine Spezialgebiete und die Gynäkologie/Urologie hat neben der Fertilität noch andere Bereiche zu bedienen. Informiere Dich z.B. in Kinderwunsch-Foren, was zu Beginn der Behandlung alles untersucht werden muss und nimm die „Wunschliste“ mit in die Praxis. Sind dort die Möglichkeiten begrenzt, lasst Euch in einer großen Kinderwunsch-Klinik untersuchen. Dort arbeiten die Mediziner zusammen mit Biologen und Spezialisten aller Fachrichtungen. Schon so manches Paar hat wertvolle Zeit vertan, weil es nicht selbst die Führung zu Beginn der Behandlung übernommen hat. Traut Euch.

5.Wie findest Du die richtige Praxis/Klinik?
Alle seriösen Kinderwunsch-Kliniken haben einen guten Internet-Auftritt und bieten Info-Abende an. An diesen Abenden lernt Ihr einen Teil des Personals aller Fachrichtungen kennen, könnt Fragen stellen, erhaltet eine Vorstellung über den Ablauf der Diagnostik und Behandlung und oft stellt sich auch noch jemand vor, der den Patienten in schwierigen Zeiten seelsorgerisch zur Seite stehen kann.
Für die Analytiker unter Euch: es wird viel von Erfolgsraten gesprochen auf diesen Veranstaltungen. Vergleicht die Raten hinsichtlich „Schwangerschaftsrate“ und „Baby-take-home-Rate“, das ist ein großer Unterschied! Für welche Altersstufen gelten diese Raten? Mit welchen Diagnosen im Hintergrund? Die Fertilitäts-Medizin ist oft unübersichtlich für den Laien, doch die meisten großen Praxen in Deutschland sind zertifiziert, bieten also einen einheitlichen Standard.
Neben all den Zahlen ist einfach auch wichtig: wo fühlst Du Dich wohl? Das ist im Laufe der Zeit ein nicht zu vernachlässigender Faktor.

6.Diagnostik – eine anstrengende Zeit
Hast Du Dich für eine Klinik entschieden, werden eifrig Diagnosen gesucht, die eine Schwangerschaft vereiteln. Grob gesagt liegt es zu 30% am Mann, zu 30% an der Frau und zu 30% an beiden, bzw. an keinem, wenn keine klaren Diagnosen gestellt werden können. Und jedes dieser Drittel birgt eine Reihe an – ich nenne es mal Untermöglichkeiten.
Das Personal in der Kinderwunsch-Klinik hat nur Patienten wie Dich. Diese Menschen sind (zum Glück) Profis und voll im Thema, weshalb die Fachbegriffe nur so aus ihnen heraussprudeln. Fachbegriffe, die Dir vielleicht erst mal als große Fragezeichen um die Ohren fliegen und für Verwirrung und Angst sorgen. Deshalb: nimm Dir genug Zeit, Dich einzulesen und zu informieren. Es gibt sehr gute Bücher und sehr gute Kinderwunsch-Foren im Internet. Lies Dich ein, mach Dir Notizen und stell den Ärzten und Ärztinnen in der Klinik alle Fragen, die noch offen sind. Je besser informiert Du in die Behandlung gehst, je klarer Deine (realistischen!) Wünsche und Vorstellungen, desto ernster wirst Du genommen.

7.Diagnose (nicht) gefunden – was nun?
Hier alle möglichen Diagnosen aufzulisten und einzeln anzugehen, würden den Rahmen eines Artikels sprengen. Deshalb stelle ich Dir einfach ein paar Fragen, die Du dann auf Deine Situation zugeschnitten beantworten kannst:
Bist Du (mit Deinem Partner) bereit, die Behandlung anzugehen?
Fühlst Du Dich bei Deinen Ärzten/Ärztinnen gut aufgehoben?
Wurde ein Behandlungsplan erstellt und sind alle Beteiligen damit einverstanden?
Falls Du Wahlmöglichkeiten hast; möchtest Du „klein anfangen“ (z.B. leichte Hormonbehandlung) oder gleich „ins Volle“ (z.B. ICSI) gehen?
Was übernimmt die Krankenkasse, bzw. wie sind Deine finanziellen Möglichkeiten?
Ist es Dir möglich, Grenzen abzustecken oder willst Du einfach mal rein springen und dann weiter schauen?
Sind die Behandlungen zeitlich mit Deinem Job vereinbar?
Wie flexibel kannst Du sein und über welchen Zeitraum hinweg?
Habt Ihr neben einem Plan A auch einen Plan B/C/D…?
Wer kann Dir/Euch helfen, das Vorgehen für die nächsten Monate/das nächste Jahr realistisch zu planen und ggf. als eingreifende Instanz fungieren, falls Euch der rote Faden aus der Hand gleitet?
Bist Du informiert über alle medizinischen Möglichkeiten, die es für Deinen Kinderwunsch aktuell gibt?
JA? Na dann los! Ich drücke fest die Daumen und wünsche viel Glück und Erfolg!
NEIN? Was brauchst Du noch, um in Aktion zu gehen? Welche Fragen sind noch offen? Wovor hast Du Angst? Wer kann Dir helfen? Und wie?

8.Schwanger! Juhu!!! Juhu! Juhu?
Manche werden nach Behandlungs-Beginn schnell schwanger und alles ist gut. Ich gratuliere Euch ganz herzlich und wünsche Euch für Schwangerschaft, Geburt und danach das Allerbeste!
Aus beruflicher und persönlicher Erfahrung weiß ich aber: es gibt auch die anderen. Der Schwangerschaftstest fiel negativ aus oder die Schwangerschaft war nicht von Dauer… Es tut mir wirklich leid, wenn Dir das passiert.
Viele fragen sich jetzt vielleicht zum ersten Mal: Warum gerade ich? Will ich das alles wirklich? Was kann ich jetzt tun? Sie sitzen weinend einem (davon überforderten?) Arzt gegenüber und warten auf Rat. Mein Wunsch-Szenario wäre, dass die Ärzte spätestens an dieser Stelle auf Körper, Geist und Seele als Ganzes eingehen. Dass sie der Patientin erklären, was die Medizin nun mit dem und für den Körper tun kann und welche Profis es zur geistigen und seelischen Unterstützung gibt.
Weißt Du, wovon ich spreche und wie die Hilfe hier aussehen könnte?

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9.Körper, Geist und Seele in der Kinderwunsch-Behandlung
„Entspann Dich einfach, dann klappt es bestimmt!“, „Fahr doch mal in Urlaub, da bin ich auch schwanger geworden!“, „Wenn man nicht mehr dran glaubt, klappt es doch plötzlich.“
Anfangs können viele über diese Sätze schmunzeln und hinweg hören. Später nerven sie. Und so manche Frau, so manches Paar, kommt sich irgendwann regelrecht von ihnen verprügelt vor. Kennst du das (schon)?
Unterhalte ich mich mit Menschen mit einem (noch) unerfülltem Kinderwunsch, kommt früher oder später das Gespräch auf seelische Verletzungen im sozialen Miteinander. Neugierige Nachfragen im Familienkreis („Na, wann ist es denn bei Euch endlich mal so weit?“), ein freudestrahlendes Geburtstagskind, das auf seiner Feier verkündet „Ich bin schwanger!“, von allen bejubelt wird und Du würdest am liebsten fluchtartig den Raum verlassen oder furchtbare Geschichten die einem manchmal erzählt werden, wenn man offen mit seinen Schwierigkeiten umgeht („Oh Gott, die Schwägerin meiner Kollegin hatte da auch Probleme. Die hatte sechs Fehlgeburten, glaube ich.“)
Das schlaucht. Das macht traurig. Das macht einsam.
Der Körper steckt mitten in der Kinderwunsch-Maschinerie. Der Geist ist belesen und trainiert, kennt Fakten, Erfolgsraten und Wahrscheinlichkeiten. Und die Seele? Die hechelt nicht selten mit Tränen in den Augen hinterher. Höchste Zeit, ihr zu helfen!

10.Suche Dir therapeutische Unterstützung
Du musst Dir nicht erst Hilfe holen, wenn Du schon weinend am Boden liegst. Viele Paare organisieren sich zusammen – aber auch jeder für sich – oft einfach für ein paar Stunden Unterstützung. Dort werden dann die Anliegen besprochen, die aktuell am dringendsten sind, um die Freude am Leben und das eigene Sein nicht komplett an den Kinderwunsch zu verlieren. Ich weiß, während der Kinderwunsch-Behandlung hast Du 1000 Arzt-Termine in den Alltag zu integrieren. Wie soll da auch noch die Fahrt zur Therapeutin Platz haben? Und dann sind das nochmal zusätzliche Kosten, die vermutlich die Krankenkasse nicht übernimmt. Es ist tatsächlich oft ein Dilemma.

Du kannst es aber auch so sehen: Wir – die Profis – haben ein offenes Ohr für Dich und Du bist uns im Anschluss keinen persönlichen Gefallen schuldig. Wir wissen, wie hart Deine aktuelle Situation ist, ohne sie zu werten. Wir hören nichts zum ersten Mal und können Dir das Handwerkszeug geben, um Dir künftig selbst in stressigen Momenten besser zu helfen. Bei uns darfst Du auch mal weinen und wütend sein, Gedanken äußern, die Du sonst vielleicht lieber versteckst und Dampf ablassen. Und wenn das alles raus ist, machen wir uns an einen ganz individuellen Plan für Dich,  der Dir und Deinem Partner hilft, den eigenen Weg zu gehen. Und das möglichst gesund und in Balance.

Hört sich das gut an? Dann gib Deinem inneren Schweinehund ein Leckerli und los geht´s. Lass uns 30 Minuten ganz unverbindlich und natürlich kostenlos sprechen – per Telefon oder Video-Chat. Du schilderst mir kurz Dein Anliegen, ich erläutere Dir mein Angebot und wenn wir uns beide einig sind, dass das die richtige Unterstützung für Dich ist, dann fangen wir an. Bzw. falls nicht, suchen wir nach Alternativen für Dich.

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Wenn Du noch nicht soweit bist, abonniere gerne meinen Newsletter und lerne mich aus sicherer Entfernung besser kennen. Du bekommst jede Woche eine Email mit interessanten Themen rund um den Kinderwunsch und vielen Interviews mit ehemals Betroffenen. Vielleicht kommt eines Tages der Punkt, an dem Du mit mir persönlich sprechen willst. Und dann bin ich für Dich da.

Ach ja, eine wichtige Info hätte ich fast vergessen: ich arbeite ausschließlich im Video-Chat (oder notfalls auch per Telefon) mit meinen Klientinnen. Du erreichst mich also ganz unkompliziert von zu Hause aus. Ohne zusätzliche Fahrtwege in die Praxis, an ausgewählten Wochenenden auch sonntags und per WhatsApp sogar 24/6 – Samstag ist frei.

Herzliche Grüße und vielleicht bis bald,

Deine Stefanie

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2 Comments

  1. Estefania Garosz

    Ich denke, dass man falls man nicht schwanger wird ruhig mit der Gynäkologin sprechen kann. Ich erwäge ebenfalls die Beratung für den Kinderwunsch. Ich glaube, dass dies zusammen mit meinem Partner sinnvoll sein könnte. Eventuell gibt es alternative Optionen, die zu uns passen.

    • stefaniestolle

      Liebe Estefania,
      Deine Gynäkologin ist auf jeden Fall eine gute erste Anlaufstelle, um sich beraten zu lassen und gemeinsam über die individuellen Möglichkeiten nachzudenken. Und wenn das zusammen mit dem Partner möglich ist: Perfekt! Eine gute Gynäkologin weiß, was sie selbst abklären kann und wo sie an ihre Grenzen stößt. Zusammen werdet Ihr sicher eine gute Lösung finden. Je nach Alter, Diagnosen und persönlichen Wünschen der Frau gibt es einige alternative Optionen. Wichtig ist nur, die Zeit im Auge zu behalten, damit sie Euch nicht irgendwann davon läuft. Das wäre tatsächlich ein Drama.
      Viel Erfolg und toi, toi, toi für Euren Kinderwunsch!
      Herzliche Grüße,
      Stefanie

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