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Unerfüllter Kinderwunsch am Muttertag

Unerfüllter Kinderwunsch am Muttertag

Der Muttertag ist ein bisschen wie Weihnachten. Jedes Jahr zur selben Zeit, trotzdem immer überraschend schnell da, verknüpft mit allen möglichen Erwartungen einzelner Familienmitglieder und ein echter organisatorischer – und manchmal auch diplomatischer – Aufwand.

Die Rama-Idylle

Am Muttertag sitzt eine große Familie gemütlich mit duftendem Kaffee, einem leckeren Kuchen der Spitzenklasse und einem riesigen Blumenstrauß bestückt an einer langen Tafel und jeder liebt jeden. Kinder in hübschen Klamotten springen um glückliche Großeltern herum. Die Eltern blicken stolz auf ihren Nachwuchs und freuen sich über die großelterlichen Komplimente, wie toll sie die Kleinen hinbekommen haben. Ach, ist das schön….

Die Realität (also nur so als Hypothese…, schon klar, oder?!)

Ein paar Menschen aus diesem illustren Kreis sind sehr früh aufgestanden, um einen Spitzeklasse-Kuchen zu backen, den Tisch aus dem Keller nach oben zu tragen, damit alle Platz haben und den Blumenstrauß im Geschäft abzuholen. Die Kinder wurden bis kurz vor Abfahrt im Schlafanzug belassen, um die schöne Kleidung nicht sofort zu ruinieren und versucht, bei Laune zu halten, weil sie unbedingt mit den Nachbarskindern spielen wollen, die aber natürlich auch Muttertag zu feiern haben.

Die kinderlose Tochter/Schwester/Tante versucht unterdessen, sich daheim mental auf das kommende Ereignis vorzubereiten, tatkräftig unterstützt vom Partner, der rät „sich halt einfach diesmal nicht stressen zu lassen“ und das auch genau so für sich umzusetzen plant. Er ist nämlich sehr gut darin, fast schon beneidenswert stoisch.

Seine Frau überlegt sich unterdessen, ob sie vielleicht einfach krank werden soll, gleichzeitig möchte sie aber natürlich ihre Mutter sehen und feiern, doch dann ist da ja auch die Schwägerin – kurz Supermutti genannt – die sie immer mit diesem mitleidigen Blick anschaut und zur Entspannung rät, dann würde schon alles. Ihr drittes Kind sei schließlich auch ganz lässig im Sommerurlaub vor zwei Jahren entstanden.

Was soll ich denn jetzt maaaacheeeeen?“

Genau das ist eine der drei Fragen, die es sich nun zu stellen gilt. Was müsstest Du machen? Was möchtest Du machen? Was solltest Du machen?

Was müsstest Du machen?

Welche Regeln gelten in Deiner Familie am Muttertag? Versammeln sich alle jedes Jahr irgendwo und feiern gemeinsam? Wird verlangt, dass immer alle kommen oder gestaltet sich das flexibel? Was wünscht sich Deine Mutter (ggf. Schwiegermutter) von ihren Kindern?

Was möchtest Du machen?

Willst Du Muttertag in größerer Runde an besagtem Sonntag feiern, gar nicht oder zu einem anderen Zeitpunkt mit Deiner Mutter in trauter Zweisamkeit?

Was solltest du machen?

Ganz ehrlich? Das, was Dir gut tut und zwar auf eine respektvolle Art und Weise Dir und den anderen gegenüber. Lass die anderen zusammenkommen und besuche Deine Eltern einfach nächstes Wochenende, wenn Dir danach ist. Setze Dich keiner „Supermutti“ aus, wenn es Dich runter zieht. Befolge keine Regeln, die Dir vorschreiben, wann Du was in welcher Form zu zelebrieren hast. Du bist eine erwachsene, verantwortungsvolle, mutige Frau, die ihr Leben im Griff hat. Auch wenn Du momentan vielleicht – mal mehr und mal weniger – mit Deinem unerfüllten Kinderwunsch zu kämpfen hast… Du bist trotzdem immer noch Du. Nicht „die Arme“, nicht „die Verzweifelte“, nicht „die ohne Kind“. Du bist Du. In guten wie in schlechten Tagen.

Und jetzt setzen wir diesen Muttertag mal ins rechte Licht. Wusstest Du, dass…

laut Wikipedia eine Frau namens „Anna Marie Jarvis“ (*) aus den USA den Muttertag ursprünglich ins Leben gerufen hat. Sie wollte damit ihre Mutter – „Ann Maria Reeves Jarvis“ – posthum ehren. Ann Maria setzte sich stark für wohltätige Zwecke ein und organisierte während des amerikanischen Bürgerkrieges „Mother´s Friendship Days“. Ziel dieser Bemühungen sollte sein, die Verwundeten beider Seiten des Krieges mit dem Notwendigsten zu versorgen. Nach dem Krieg forderte sie für die Frauen, die sich so couragiert einsetzten, einen offiziell anerkannten Feiertag – den Muttertag.

Die Mutter erreichte dieses Ziel zu Lebzeiten nicht, doch die Tochter Anna Marie führte die Bemühungen fort und schaffte es tatsächlich, 1914 wurde der Muttertag in den USA national anerkannt und als Feiertag ausgeschrieben.

Dann übernahm der Kommerz die Feder.

Floristen und Konditormeister sahen ihre Chance und ergriffen sie. In Deutschland wurde der Muttertag – so las ich staunend – 1922/23 vom „Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber“ etabliert, indem sie Plakate in die Schaufenster klebten, auf denen „Ehret die Mutter“ stand.

Na bravo… Welchen Stellenwert die Mutter und der damit verbundene Muttertag im 2.Weltkrieg erhielt, brauche ich vermutlich gar nicht erst auszuführen. Es war kein schöner und nichts, das wir heute so in dieser Form tatsächlich noch haben wollen. Hoffe ich.

Was hat das jetzt mit mir zu tun?“, fragst Du Dich?

Anna Marie Jarvis war absolut gegen das Vermarkten des Feiertages zu kommerziellen Zwecken. Verärgert versuchte sie, die Welle, die sie angestoßen hatte, wieder aufzuhalten, doch es war ihr nicht möglich. Sie klagte mit ihrem privaten Vermögen gegen jegliche Profitjäger, verlor und starb mit 84 Jahren mittel- und kinderlos. Aber mit dem Titel „Mutter des Muttertags“.

Was das also mit Dir zu tun hat? Die Mütter von damals, zu deren Ehren der Muttertag ins Leben gerufen wurde, setzten sich für eine bessere Welt ein. Für die Zukunft der nächsten Generation und für das Wohle aller. Egal, auf welcher (politischen?) Seite sie standen. Es ging ursprünglich nicht darum, Mutter zu werden und sich dadurch auf irgendeine Art zu verwirklichen. Sie hatten damals ja gar keine andere Wahl, als anzunehmen, was kam und das Beste daraus zu machen. Mutig, selbstbewusst und verantwortungsvoll.

Machen wir alle was aus diesem Erbe.

Ehren wir den Menschen, der uns auf die Welt gebracht (und/oder großgezogen) hat und sagen Danke, wenn das möglich ist. Beschränken wir es nicht auf einen Feiertag, der auf einen Sonntag gelegt wurde, an dem eh so gut wie nichts offen ist, also die meisten Menschen sowieso nicht arbeiten müssen – wo kämen wir denn sonst hin, für die Frauen einen Arbeitstag sausen zu lassen. Geht ja gar nicht.

Du musst nicht an genau diesem vorgegebenen Tag vorgegebene Dinge tun und mit völlig überteuerten Blumen irgendwo auftauchen, wenn Dir nicht danach ist. Back lieber irgendwann mal einen guten Kuchen und überrasche Deine Mutter – und Deinen Vater, den wollen wir ja nicht einfach unter den Tisch fallen lassen – und verbringt ein paar schöne Stunden miteinander. Ganz ohne Druck.

Schönen zweiten Sonntag im Mai!

Ganz egal, wie Du ihn nennst, wo und mit wem Du ihn verbringst und was Ihr macht. Lass die Seele baumeln, kämpfe nicht gegen Dinge, gegen die Du keine Chance hast und sorge gut für Dich. Genieße mit Deinem Partner ein gutes Essen, nimm zum Abschluss des Tages ein durftendes Bad und lass die „Rama-Welt“ Rama sein. Wir wissen doch alle, dass es sich dabei nicht um die echte gute alte Butter handelt.

In diesem Sinne: Ich wünsche Dir ein wunderbares Wochenende und bin auch nächste Woche für Dich da, falls alles doch irgendwie nicht so laufen wollte wie gewünscht. Melde Dich einfach, schreib mir eine Email oder WhatsApp, hinterlasse einen Kommentar unter dem Artikel… Alles besser, als heimlich, still und leise vor sich hin zu leiden und nicht zu wissen, wohin mit sich und seinen Sorgen.

Von ganzem Herzen alles Liebe,

Deine Stefanie

(*) Quelle Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Ann_Maria_Reeves_Jarvis

 

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Bild von Olga Oginskaya auf Pixabay

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