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So hilfst Du einer guten Freundin mit unerfülltem Kinderwunsch

Es gibt vermutlich keine einzige Frau mit einem unerfüllten Kinderwunsch, die nicht mindestens fünf von Freunden oder Familie gesagte Sätze aufzählen kann, die sie in den letzten Monaten sehr verletzt haben.

„Du bist viel zu verkrampft. Lass doch mal locker, dann klappt das schon mit dem Baby.“

„Freu Dich, dass Du am Wochenende ausschlafen und einfach spontan in Urlaub fahren kannst.“

„Du hast doch noch alle Zeit der Welt! Stress Dich nicht.“

„Adoptier doch einfach ein Kind!“

„Vielleicht soll es einfach nicht sein?“

Hast Du so einen Satz auch schon mal gesagt und ihn gar nicht böse gemeint?

Das glaube ich Dir, und doch ist es – für Außenstehende – wichtig zu wissen, was solche Sätze auslösen können. Bzw. wie sie sich anfühlen.

Stell Dir mal vor, Du bist mit Deiner Ausbildung oder Deinem Studium fertig, hast zur Belohnung für die Mühen der letzten Jahren eine schöne Reise gemacht und jetzt beginnst Du, Bewerbungen zu schreiben. Voller Elan kaufst Du schöne Mappen, kreierst ein Online-Profil, meldest Dich in zehn Job-Portalen an, schickst zig Bewerbungen an tolle potenzielle Arbeitgeber….. und bekommst nur Absagen oder einfach gar keine Antwort.

Was ist denn jetzt los?

Bisher lief doch alles immer wie geplant! Du bist gut ausgebildet, Deine Noten waren gut, Du hattest tolle Praktika und Deine bisherigen Chefs und Chefinnen hatten nur lobende Worte für Dich übrig. Wieso will Dich keiner einstellen, während in Deinem Freundeskreis einer nach dem anderen die coolsten Jobs an Land zieht? Was machst Du falsch? Wer kann Dir weiter helfen? Was tun?

Und dann sagt jemand….,

der gerade seinen absoluten Traumjob begonnen hat: „Du bist viel zu verkrampft. Lass doch mal locker, dann klappt das schon mit dem Job.“ Peng, das saß.

Zurück zu unseren Kinderwunschlern.

Statt jetzt lang und breit aufzuzählen,was ganz böse, schlecht und überhaupt sehr ungut ist, schauen wir lieber mal auf die Ressourcen, wie man das in der systemischen Therapie eben so macht. Was kannst Du zur Verbesserung der aktuellen Situation tun? Wie werden sich Deine Verhaltensänderungen auf Dein Umfeld auswirken? Und was bedeutet das wiederum für Dich und Dein Wohlbefinden?

Kurz gesagt: wie kannst Du einer Freundin helfen, die einen (noch?) unerfüllten Kinderwunsch hat und sehr darunter leidet?

  1. Nimm ihr Leid wahr, höre ihr zu und sage einfach gar nichts, wenn Du nicht weißt, was das Richtige wäre. Spendiere ihr einen Kaffee, kauf ihr ein paar Blumen oder lasst Euch gemeinsam bei der Maniküre verwöhnen. Ein wunderbarer erster Schritt.
  1. Mach Dich schlau zum Thema, um nachvollziehen zu können, was Deine Freundin da eigentlich gerade alles durchmacht. Oft weiß man ja gar nicht, wie schwer es sein kann, schwanger zu werden, wenn man selbst absolut keine Probleme damit hatte oder noch kein eigenes Kind hat.

    Das Buch „Der Traum vom eigenen Kind“ von Tewes Wischmann und Heike Stammer ist z.B. hervorragend dazu geeignet, sich einen Überblick zu verschaffen. Es ist kurz, prägnant, leicht zu lesen und Du wirst das Thema im Anschluss vermutlich mit anderen Augen sehen.

  1. Überlege, wie Du ganz pragmatisch und ohne riesen Aufwand tatsächlich helfen kannst. Vielleicht ist eine kleine OP unter Narkose bei Deiner Freundin nötig und sie darf im Anschluss nicht alleine nach Hause fahren? Du könntest sie abholen und – wenn sie möchte – noch ein bisschen bei ihr bleiben. Oder Du kannst das Gassigehen mit dem Hund für ein paar Tage übernehmen, wenn sie in die Kinderwunsch-Klinik muss oder einen Eingriff hatte, von dem sie sich noch erholt. Du kannst Ihr auch während der zweiwöchigen Wartezeit zwischen Einsetzen der befruchteten Eizelle(n) – nach IVF oder ICSI – und dem Schwangerschaftstest jeden Tag eine Karte mit lustigen Sprüchen oder schönen Bildern und ganz lieben Grüßen schicken, damit sie was zur Ablenkung hat.

Du siehst, Möglichkeiten gibt es viele.

Und meistens sind sie auch gar nicht sonderlich aufwändig oder teuer. Niemand, der nicht selbst schon mal in der Situation war, sich ein Baby zu wünschen und einfach keines zu bekommen, kann nachvollziehen, wie das ist.

Aber jeder kann einem lieben Menschen etwas Gutes tun. Eine winzige Kleinigkeit mit großer Wirkung. Wie sagte schon Mutter Theresa so schön:

Wir können keine großen Dinge vollbringen – nur kleine, aber die mit großer Liebe.“

Für den seltenen Fall, dass alles nichts nützt, Ihr nicht zusammen kommt, Deine Freundin komplett abblockt oder Dir – trotz aller Mühe – einfach nichts einfällt, wie Du helfen kannst, bin ich auch noch da.

Gib Deiner Freundin die Nummer eines Profis, vielleicht braucht sie das mittlerweile ganz dringend. Das kann der Kontakt zu mir sein oder zu entsprechenden Kollegen und Kolleginnen. Ganz egal. Hauptsache, Ihr geht es bald wieder besser.

Alles Liebe und toi, toi, toi! Du schaffst das!

Deine Stefanie

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