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Meine schwangere Schwägerin & Co

In den letzten Wochen ging es in meinen Gesprächen irgendwie besonders häufig um das Paradethema: Die schwangere – oder frisch Mama gewordene – Schwägerin.

In der Familien-WhatsApp-Gruppe werden Fotos von runden Bäuchen und glücklichen Neueltern verschickt und jedes Mal bricht es einem schier das Herz. Hätten wir als Paar das nicht auch so gerne? Die Großeltern sollen sich natürlich über Enkelkinder freuen, aber doch bitte – auch – über die von uns!

Jubel für die einen, Mitleid für uns.

Oft habt Ihr mir erzählt, dass Ihr gar nicht wisst, wie Ihr Euch beim Treffen der Familienmitglieder verhalten sollt. „Ich muss und will mich doch freuen. Aber ich kann einfach nicht.“ „Was, wenn ich am Tisch sitze, die anderen ständig über das Babythema sprechen und ich mir die Tränen nicht verkneifen kann?“ „Ich will nicht mitleidig angeschaut werden, so als wäre ich die Arme, die nicht schwanger werden kann“. Stimmt, das ist wirklich eine – mit Verlaub – saublöde Situation. Aber keine aussichtslose.

Klare Ansagen helfen oft sehr gut aus dem Dilemma.

Was meine ich damit? Nun ja, die allermeisten von Euch werden keine großen Probleme haben, im Job ab und an klare Ansagen zu machen. „Im Juli mache ich zwei Wochen Urlaub, ich brauche mal Pause!“. „An dem Tag kann ich leider nicht einspringen, da habe ich doch Geburtstag“. „Es geht mir heute ganz und gar nicht gut, ich kann leider nicht zur Arbeit kommen“.

Klappt das aber auch im Privaten?

Kannst Du Deinem Mann klar sagen, dass Du nicht mit zu seinem Bruder gehst, weil Du schon beim Gedanken an den Babybauch der Schwägerin – die Du doch eigentlich ganz gerne magst – das Gefühl hast, kurz vor einer Ohnmacht zu stehen? Ja? Sehr gut, was sagt denn Dein Mann dazu und an welchem Punkt beginnt Ihr zu streiten?

Hast Du selbst den Anspruch an Dich, alles richtig zu machen, niemanden zu beleidigen oder vor den Kopf zu stoßen, Geschenke mitzubringen und lächelnd zu gratulieren? Das ehrt Dich und ich bin mir sicher, Du bist ein wirklich netter, fürsorglicher, empathischer Mensch. Das meine ich völlig ernst.

Nur eine Frage hätte ich: Lässt Du diese phantastischen Eigenschaften hauptsächlich anderen angedeihen oder bekommst Du selbst auch was davon ab?

Geben und Nehmen sollten sich die Waage halten.

Denn weißt Du, Deine Gefühle sind genauso wichtig wie die der anderen. Wenn Du stundenlang versuchst, beim Familientreffen die Tränen zurück zu halten und dann hinterher zu hören bekommst, dass Du heute irgendwie komisch warst… Dann ist es zumindest eine Überlegung wert, in so einer emotional aufgeladenen Zeit vielleicht gar nicht erst hin zu gehen.

Du kannst Dich auch mal alleine (oder Ihr als Paar) mit Deiner Schwägerin, Freundin, Arbeitskollegin… treffen, sie zu Euch einladen oder einen netten Spaziergang vorschlagen und dabei jedem einen Coffee-to-go in die Hand drücken. So fühlt man sich oft viel weniger ausgeliefert, hat die Zügel in der eigenen Hand und viel mehr Handlungsspielraum denn als Gast im Hause der (Schwieger-) Familie, in der es ganz klare Verhaltensregeln gibt.

Du kannst Dich mit Deinem Partner oder Deiner Partnerin absprechen, in welche Situationen sich wer von Euch begibt oder ob Ihr mal Pause macht von gewissen Leuten und Begebenheiten. Klar, das ist nicht so einfach und oft haben die Männer auch weniger Scheu vor Schwangeren als Du und so viele andere Frauen. Das ist nur logisch, denn ein Mann wird sowieso nie in die Situation kommen, tatsächlich schwanger zu sein. Deshalb kann er es vermutlich auch nicht nachvollziehen, wenn er nicht weiß, wie sich das anfühlt für Dich. Hier sind wir wieder beim Thema „Ansagen machen“.

Sprecht miteinander.

Überlege Dir einmal in aller Ruhe, was genau Dich z.B. beim Treffen mit der schwangeren Schwägerin – um mal bei dem Beispiel zu bleiben – so stresst. Ist es wirklich diese schwangere Frau oder vielmehr Dein Schamgefühl, dass Du es (noch) nicht bis dahin „geschafft“ hast? Werden Sätze zu Dir gesagt, denen Du komplett hilflos gegenüber stehst und die aus Dir – der taffen, starken, eigentlich so lustigen erwachsenen Frau – plötzlich ein kleines Mädchen machen, das sich der Situation nicht gewachsen fühlt so alleine? Ja? Dann ist es Zeit, Dich besser zu schützen.

Sucht nach gemeinsamen Lösungen.

Ganz klar, auch wenn ich die Meinung vertrete, dass Du nicht auf jedem Event anzutanzen hast, nur weil andere das so wünschen: Die schwangere Schwägerin wirst Du irgendwann treffen. Punkt. Und spätestens wenn das Baby da ist, ändert sich die Situation sehr oft. Dann lernst Du ein neues Mitglied der Familie kennen, einen eigenständigen Menschen, eine Nichte oder einen Neffen. Dieser kleine Zwerg steht für sich selbst und hat – anders als ein Schwangerschaftsbauch direkt vor Deiner Nase – nichts mit Deinem Wunsch nach einem eigenen Baby zu tun. Denn Du möchtest ja vermutlich EIN Baby, nicht zwingend DIESES. Verstehst Du, was ich meine?

Wenn Du Deine Trigger kennst, hast Du die Chance, ihnen aus dem Weg zu gehen. Und hier könnt Ihr perfekt als Team zusammen arbeiten und anstrengende Situation künftig gemeinsam meistern.

Tretet als Doppel auf.

Egal, ob kleiner oder großer Kreis an Menschen: Oft stehen im Verlauf des Treffens die Männer in der einen und die Frauen in der anderen Gruppe beisammen. Gut möglich, dass die Damenrunde sich hauptsächlich mit Familienthemen beschäftigt und Du als kinderlose Frau Dich gehörig in die Ecke gedrängt – oder ausgeschlossen – fühlst, während bei den Männern drüben viel gelacht wird.

Bleibt zusammen und probiert mal aus, was sich dadurch vielleicht ändert. Werden in der Runde der Frauen andere Themen angesprochen, wenn ein Mann dabei ist? Wenn einer rüber geht, vielleicht folgen die anderen nach? Kannst Du als Frau einfach mit den Männern in der anderen Ecke mit lachen oder führt das zur allgemeinen Irritation? Du hättest so Deine Hypothesen, bist Dir aber nicht sicher? Super! Versucht es einfach mal und egal, was passiert: Ihr macht das zusammen und keine(r) fühlt sich allein.

Behalte Deine Emotionen im Griff.

Bist Du doch einmal alleine in einer Situation, in der Du Dich mehr und mehr getriggert fühlst, dann warte nicht, bis Deine Gefühle wie eine große Welle über Dir zusammen brechen, sondern bring Dich rechtzeitig ans rettende Ufer. Wie genau das aussehen könnte?

  • Wenn es Dir in der aktuellen Situation zu eng wird, steh auf und verlasse sie. Geh zur Toilette, hol Dir was zu Trinken, schnappe frische Luft.
  • Ist das eher schwierig, kannst Du Dir einen von diesen dünnen Haargummis um das Handgelenk legen und wenn Du merkst: jetzt geht’s los, lässt Du ihn 1x fest schnalzen. Hört niemand, sieht niemand, aber der kurze körperliche Schmerz bringt den Herzschmerz nicht selten aus dem Konzept und schon hast Du wieder ein wenig mehr Luft zum Atmen.
  • Atmen ist ja sowieso immer gut und beim Hormonyoga (https://stefanie-stolle.com/hormonyoga/) haben wir das „ICH.BIN.GANZ.RUHIG“ gelernt. Hände z.B. auf die Knie legen und mit den Daumen nacheinander die Spitze des Zeige-, Mittel-, Ring- und kleinen Fingers antippen und sich dabei selber „ICH.BIN.GANZ.RUHIG“ sagen. Das bekommt niemand mit und Du nimmst Dich – physisch voll präsent – trotzdem kurz aus der Situation.

Und was soll das bringen?

Naja, entweder schaffst Du es, den für Dich aufgeladenen, nur schwer aushaltbaren Moment zu entschärfen oder Du kommst Dir irgendwann total blöd vor, weil Du ständig aufstehst und weg läufst, Dir das Handgelenk schon richtig weh tut oder Du die Fingerspitzen nicht an tippst, sondern Dir den Fingernagel des Daumens rein rammst….

Dann ist es definitiv an der Zeit, nach Hause zu gehen und sich wirklich, WIRKLICH, gut um sich selbst und die eigenen Bedürfnisse zu kümmern. Meinst Du nicht auch?

Wenn Du magst, helfe ich Dir dabei.

Buche Dir eine Schnupperstunde, schreibe mir eine Email (welcome@stefanie-stolle.de) oder schau Dich in aller Ruhe auf der Website um, vielleicht hilft ja auch das schon. Du musst da nicht alleine durch und oft bedarf es nur einer kleinen Veränderung der eigenen Verhaltensweisen, um eine riesen Wirkung zu erzielen.

Ich freue mich auf Dich und wenn Du auch noch gute Ideen hast, wie frau mit schwangeren Schwägerinnen & Co umgehen kann oder mir Deine Erfahrungen damit erzählen willst, dann schreib mir gerne.

Du machst das super!

Herzliche Grüße,

Deine Stefanie

 

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Bild von 101dalmatians auf istock by Getty Images

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