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Die Lehrerin und ihr Kinderwunsch

Liebe Lehrerinnen,

der heutige Artikel ist voll und ganz Euch gewidmet und ich denke, ihr habt Ihn Euch von ganzem Herzen verdient in der aktuellen Zeit.

Seit dem Lockdown im Frühjahr 2020 haben sich einige von Euch an mich gewandt, um über Euren bislang unerfüllten Kinderwunsch zu sprechen. Ihr standet nicht mehr täglich viele Stunden vor Euren Klassen, sondern habt sie von zu Hause aus über das Internet unterrichtet. Ihr hattet alle Hände voll zu tun, Euch die Technik anzueignen, zu beschaffen, sie für Euch und manch ältere Kolleg*innen zum Laufen zu bringen und alle Kinder auch auf Distanz im Auge zu behalten.

Und um Euch herum wurde es plötzlich sehr still. Kein Geschnatter im Klassenzimmer, keine Platzwunden auf dem Pausenhof, keine nervösen Eltern eines mittelmäßig begabten Genies in der Sprechstunde. Ruhig war es, einfach sehr leise.

Da begannen Eure Gedanken zu kreisen…

Zu tun gab und gibt es immer etwas, doch war plötzlich auch Raum, bei einer Tasse Kaffee zwischendurch über das eigene Leben, die eigenen Wünsche, die persönlichen Ziele, Sorgen und Ängste nachzudenken. Nicht die anderen standen mit ihren Ansprüchen, Nöten und Bitten im Vordergrund. Der Fokus lag plötzlich viel mehr bei Dir selbst. Ein sehr ungewohntes Szenario für Menschen in helfenden Berufen, oder?!

Die Struktur fiel weg und das Chaos musste in Schach gehalten werden.

Und wer war dafür verantwortlich: Genau. Du und Deine Kolleg*innen. Wie immer eben.

All meine Klientinnen in dieser Situation haben sie sehr gut gemeistert. Ihr habt liebevoll über „Eure Kinder“ gesprochen und gleichzeitig Eure Babys herbei gesehnt. Diagnostik wurde betrieben, jetzt, da Eure Zeit flexibler war, und der ein oder andere Behandlungszyklus wurde auch gleich angegangen.

Ich muss nicht extra betonen, dass Ihr mit die Fleißigsten wart, was die Hausaufgaben zwischen unseren Gesprächen anging. 🙂

Manche sind schwanger geworden, andere (noch) nicht.

Einige werde ich wieder sprechen die nächsten Wochen oder Monate, andere vielleicht später. Und manche gehen ihren Weg jetzt alleine nach einem kleinen gemeinsamen Gedankensammeln und Pläneschmieden.

Ich weiß, wie es ist, mitten im Kinderwunsch zu stecken und sich trotzdem tagein, tagaus um andere zu kümmern. Während meiner Kinderwunsch-Zeit arbeitete ich in einer Schwangerenberatungsstelle. Das war einerseits irgendwie verrückt, andererseits tat es auch gut. Ich mag es, mitten unter Menschen zu sein und mitzuhelfen, dass es allen gut – oder zumindest besser – geht. Auch wenn man selbst gerade mit seiner eigenen Situation zu kämpfen hat, kann es gut sein, die Augen auch auf andere zu richten. Trotzdem dürft Ihr Euch dabei aber nicht selbst vergessen.

Passt gut auf Euch auf und holt Euch Hilfe, wenn Ihr denkt, es könnte Euch gut tun.

Das ist keine Schwäche, das ist keine Schande. Das ist lediglich ein gutes Vorbild.

Ich freue mich, von Euch zu hören oder zu lesen, Euch im Gespräch zu sehen und auch meinen starken Helferinnen eine Schulter anzubieten, an der Ihr einfach mal ganz Ihr selber sein könnt. Das tut so gut, glaubt mir.

Ich sende Euch ganz liebe Grüße aus Bayern ins ganze Land und zu unseren Nachbarn in Österreich und der Schweiz und hoffe, Ihr seid gut im neuen Schuljahr angekommen. Manche schon länger, andere noch recht frisch.

Alles Liebe, starke Nerven und vielleicht bis bald,

Eure Stefanie

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Bild von Free-Photos auf Pixabay

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