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Der Kinderwunsch, Dein Körper und Du

Der Kinderwunsch, Dein Körper und Du

Ein Kinderwunsch ist ja per se etwas Körperliches, sobald man versucht, ihn in die Tat umzusetzen. Ein Paar hat Sex, in der Gebärmutter der Frau nistet sich eine befruchtete Eizelle ein, der Bauch wird von Monat zu Monat runder und irgendwann ist da ein Baby.

Ja genau. Oder auch nicht.

Da Du diesen Artikel liest, gehörst Du vermutlich zum „oder-auch-nicht“-Teil. Das bedeutet, für Dich ist Dein Kinderwunsch bereits etwas SEHR Körperliches. Du hast Dich von verschiedenen Medizinern durchchecken lassen, gefühlt 15L Blut für Diagnosezwecke gespendet, mit Deinem Partner/Deiner Partnerin mehr oder weniger aufregenden „Sex-nach-Plan“ gehabt und vielleicht auch schon den ein oder anderen Schlag einstecken müssen. Das sind Erfahrungen, die eigentlich keiner braucht und eine Beziehung ganz schön strapazieren können.

Der männliche und der weibliche Körper…

können einen Kinderwunsch nur im guten Zusammenspiel realisieren und teilen sich die Arbeit – in den meisten Fällen – dennoch nicht 50/50. Während der Diagnostik bekommen Mann und Frau den Hormonstatus kontrolliert, die Frau wird gynäkologisch, der Mann ggf. urologisch untersucht und er gibt eine Samenprobe ab, um ein Spermiogramm erstellen zu lassen.

Stellt sich heraus, dass keine lebenden Samenzellen vorhanden sind oder die Qualität der Samenzellen den Akt der Befruchtung nicht zulässt, kann es sein, dass der Mann sich dem ein oder anderen Eingriff unterziehen muss, um Samenzellen für eine mögliche ICSI zu finden.

Ist mit dem Spermiogramm aber alles in Ordnung und seine Hormonwerte sind auch okay, ist für ihn meist Schluss mit den Untersuchungen. Dann wird sich zu 100% auf die Frau konzentriert. Egal, ob sie Diagnosen vorzuweisen hat oder nicht.

Ich möchte meinen Mann nicht überfordern.“

Diesen Satz höre ich von den Frauen-in-charge gar nicht mal selten. Der Mann muss gar nicht sooo genau wissen, wann die fruchtbaren Tage sind, um dann auch wirklich Lust auf Sex zu haben und nicht das Gefühl zu bekommen, er müsse jetzt ran. Der Mann muss auch nicht unbedingt über jeden Arztbesuch informiert werden, bzw. überall mit hin gehen, er sei ja so schon ziemlich beschäftigt. „Ich möchte meinem Mann gar nicht alles erzählen, sonst sagt er immer nur …..“

Ich mache mir Sorgen um meine Frau und ihre Gesundheit.“

So hätte die obig zitierte Frau den Satz vermutlich nicht beendet, doch diese Aussage kommt wirklich sehr häufig von den Männern, die mir – meist neben ihrer Frau – gegenüber sitzen. Und diese Frauen schauen ihren Partner dann oft ganz verblüfft, leicht irritiert und nicht selten auch ein wenig verliebt an.

Ja, viele Männer machen sich im Laufe der Kinderwunsch-Zeit Sorgen um ihre Frauen. Sie „müssen“ Sex mit ihnen haben und sind sich nicht sicher, ob die Frau das auch genießt. „Tue ich ihr jetzt weh?“ Aufgeklärte Männer des 21.Jahrhunderts, die mit ihrer Frau auf Augenhöhe stehen und wissen, dass dieser Mensch vor ihnen nicht ihr Eigentum ist, die stellen sich solche Fragen. Und sorgen sich, dass die Antwort „Ja“ lautet.

Die Männer kommen eines Tages morgens ins Bad und finden ihre Frau weinend auf dem Badewannenrand sitzen, weil sie ihre Tage bekommen hat oder der Schwangerschaftstest negativ war. Nicht alle wussten, dass der Zyklus sich bereits dem Ende genähert hatte… Und sie erschrecken sich, ihre zweite Hälfte so leidend zu sehen.

Ihm ist das alles gar nicht so wichtig wie mir, glaube ich.“

Ist das so? Wie wichtig ist der Kinderwunsch jedem einzelnen tatsächlich? Wisst Ihr das voneinander? Sprecht Ihr darüber, was der Wunsch für Euch und Eure gemeinsame Zukunft bedeutet und wie es wäre, wenn er sich vielleicht nicht realisieren ließe? Wärt Ihr dann immer noch ein gutes Team oder würden sich Eure Wege vielleicht trennen? Gibt es unausgesprochene Ängste, die in Euren Köpfen sehr präsent sind, vor dem Gegenüber jedoch geheim gehalten werden, um kein Fass aufzumachen?

Er versteht mich einfach nicht.“ vs. „Sie steigert sich immer so rein.“

Nicht jeder stille Mensch, der nach Lösungen sucht oder tröstende (?) Worte von sich gibt, versteht gerade nicht, was vor sich geht. Es kann auch sein, dass dieser Mensch nur einfach überfordert ist und das Beste versucht, die Situation zu entschärfen oder aufzulockern.

Nicht jede Person, die aus tiefstem Herzen traurig ist und ihren Tränen freien Lauf lässt, steigert sich in etwas hinein, das völlig überzogen ist. Vielleicht wird die Trauer um einen Verlust einfach sehr authentisch ausgedrückt und die Tränen sind nötig, um den Druck aus der Situation zu bekommen, damit sie besser ausgehalten werden kann.

Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll.“

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist ein Zustand voller Ungewissheiten. Kann es bei uns klappen? Wie wird es klappen? Wann? Und was kostet uns das alles? Finanziell, mental und körperlich?

Fühlst Du Dich schon sehr ausgelaugt, oft müde und lustlos?

Machst Du Dir Gedanken und Deine Gesundheit oder die Deines Partners/Deiner Partnerin?

Hattest Du schon Diagnosen oder Eingriffe zu verkraften, die nicht ganz harmlos waren?

Fragst Du Dich, wie weit Du noch gehen sollst für Deinen Wunsch?

Ich möchte alles versucht haben, um mir später mal nichts vorzuwerfen.“

Manchmal sagen Frauen das zu mir, wenn sie vor der Entscheidung „Kinderwunsch-Klinik Ja oder Nein“ stehen. Manchmal höre ich das aber auch nach vielen Jahren anstrengender Kinderwunsch-Behandlung ohne Ende in Sicht.

Wann ist denn später? Und was könntest Du Dir vorwerfen? Es nicht genug versucht zu haben? Zu sehr an Dich selbst als an die Wunscherfüllung gedacht zu haben? Deinem Partner/Deiner Partnerin nicht gesagt zu haben „Stop, ich kann nicht mehr.“?

Die Antwort ist für jeden Menschen anders, ganz klar. Und doch steckt dahinter oft die Frage: Wie viel darf mich der nächste Schritt kosten? Was bin ich bereit dafür zu geben? Was wäre die Alternative?

Heißt das, ich soll es erst gar nicht versuchen?“

Nein, das heißt es nicht. Es bedeutet lediglich, dass Du gut auf Dich, Deinen Körper und Euch als Paar aufpassen sollst. Ihr seid JETZT da, lebt Euer Leben und habt nur das Eine. Wir Menschen sind belastbar und stark, wir halten viel aus und ab und zu kann man auch mal eine Grenze austesten, statt sie zu früh abzustecken. Doch stellt sich heraus, dass das nicht der geeignete Weg ist, dann ist die Reißleine zu ziehen kein Versagen, sondern Selbstfürsorge. Verantwortung. Mut.

Keine Ahnung, wie Du das hinbekommen sollst?

Komm, ich helfe Dir.

Deine Stefanie

 

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