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Corona und Kinderwunsch – ein Schritt zurück, zwei nach vorne!

Ihr Lieben,

in meinen ganz „normalen“ Gesprächen – also ohne Corona im Hintergrund – bekomme ich beim Thema Partnerschaft immer wieder zu hören: „Wir arbeiten beide sehr viel und sind abends einfach zu müde, um noch über den Kinderwunsch zu sprechen“, „Mein Mann/meine Frau ist beruflich viel unterwegs, wann sollen wir da noch über diese Dinge reden?“, „Er/sie will nicht sprechen und geht dann einfach, wenn ich davon anfange“.

In der Quarantäne seid Ihr zweisam – das könnt Ihr nutzen!

Mit großer Wahrscheinlichkeit seid Ihr aktuell zusammen zu Hause. Ob zu 100% im Homeoffice oder einfach „nur“ vor und nach der Arbeit. Kein Fitness-Studio, kein Treffen mit Freunden abends und auch die Wochenenden sind momentan vermutlich sehr frei. Zeit, mal was Neues zu lernen!

Thema des Tages: die Metaebene.

Tritt einen Schritt zurück und schau Dir Eure Gespräche über den unerfüllten Kinderwunsch mal von oben an. Weißt Du, wie man das macht und kennst Du den Begriff Metaebene? Im Grunde genommen ist es – etwas vereinfacht ausgedrückt – das „Reden über das Reden“. Oft hilft es doch, seine Gedanken einfach mal laut auszusprechen, um selbst auf die Antwort einer sehr verzwickten Frage zu kommen, stimmt´s? Genau so hilft es auch, sich genauer anzuschauen, was eigentlich abläuft, wenn Ihr miteinander über das Thema Kinderwunsch sprecht. Und das geht so:

Eine kleine Übung. Du brauchst Stift, Papier und etwas Ruhe.

Wann redet Ihr normalerweise über Euren Kinderwunsch?
Wer beginnt und beendet das Gespräch? Habt Ihr feste Zeiten?

Wie ist das Setting?
Unterhaltet Ihr Euch gemütlich abends auf der Couch oder zwischen Tür und Angel, bzw. wenn es sich eben ergibt?

Wie ist die Stimmung im Gespräch?
Welcher Satz kommt Dir spontan in den Sinn, wenn ich Dir jetzt sagen würde: „In einer Stunde führt Ihr zwei ein Gespräch über Euer Thema Kinderwunsch und die aktuelle Planung“?

Welche – negativen – Annahmen nimmst Du vielleicht mit ins Gespräch? (Finde 3 Sätze)
Zum Beispiel: „Mein Partner/meine Partnerin…“ „…. hat sowieso wieder keine Lust“. „…. macht mir eh ständig nur Vorwürfe“.

Welche Gefühle kommen in diesen Gesprächen bei Dir hoch?
Schreib einfach alles auf, was Dir in den Sinn kommt. Danach suchst Du Dir die fünf stärksten Gefühle heraus und priorisierst sie. Schreibe Prio 1, Prio 2 und Prio 3 jeweils auf einen gesonderten Zettel.

Was machen diese drei Gefühle mit Dir? Was bewirken sie?
Zum Beispiel: „Ich breche das Gespräch ab“, „Ich fange an zu weinen“, „Ich drücke auf den wunden Punkt meines Gegenübers“…

Wie enden Eure Gespräche in den meisten Fällen?
Seid Ihr Euch einig und habt danach eine gute Zeit? Fühlt Ihr Euch gegenseitig verstanden? Bleiben Punkte offen, die Dir noch eine Weile nachhängen? Endet das Gespräch im großen Knall und Ihr geht im Streit auseinander?

Erkennst Du ein Muster oder steht da jetzt ein großes Fragezeichen?

Glaub mir, wenn Du Dich wirklich ungestört ca. eine Stunde mit diesen Fragen beschäftigst und Deine Gedanken wahrheitsgemäß aufschreibst, dann hast Du unglaublich hart gearbeitet. Vielleicht hattest Du manchmal einen Aha-Effekt, vielleicht aber auch (noch) nicht. Alles in Ordnung, das braucht seine Zeit. Liesdie Fragen und Antworten in den nächsten Tagen ab und zu mal durch und sei gespannt, was sich ergibt.

Ihr habt jetzt mehr Zeit zu beobachten, nutzt sie ruhig.

Auch unabhängig vom Thema „Kinderwunsch“ ist jetzt die geeignete Zeit, sich mal ganz ungeniert mit sich selbst zu beschäftigen. Was läuft gut in meinem Leben, was weniger? Was hat sich die letzten Jahre so eingeschlichen, das mir gefällt oder auch nicht so gut gefällt? Was möchte ich ändern und wie kann ich das angehen?

Das gilt auch für die Kommunikation in Eurer Partnerschaft.

Du hast in dieser Übung aufgeschrieben, wie Du mit Deiner besseren Hälfte über einen Eurer großen Wünsche sprichst. Gibt es Parallelen zu anderen Themen in Eurer Partnerschaft? Kennst Du die drei oben herausgearbeiteten Prioritäten an Gefühlen auch sonst in Deinem Leben? Wo stehen sie Dir vielleicht noch im Weg? Wo ploppen sie plötzlich auf und was tun sie dann mit Dir und Deinem Verhalten? Wen – außer Deinen Partner/Deine Partnerin – betrifft das noch? (Schreibe die Antworten gerne mit auf den extra Prio.1/2/3-Zettel.)

Ergeben die drei Gefühle einen Satz?

Hörst Du einen Satz im Hinterkopf, wenn Du die drei Gefühle anschaust oder aussprichst? Wessen Stimme sagt diesen Satz? Wie geht es Dir, wenn Du ihn hörst?

Vielleicht hörst Du gerade einen Deiner Glaubenssätze.

Glaubenssätze haben wir alle und sie haben es sich richtig gemütlich gemacht in unserem Unbewussten. Ab und zu bringen sie sich in unser Gedächtnis, ansonsten sitzen sie ganz bequem auf unserer inneren Couch und denken nicht dran, konkurrierenden (positiven) Sätzen Platz zu machen. Das kann wahnsinnig anstrengend sein und Dir viel Kraft rauben. Kraft, die Du gut für die schönen Dinge im Leben brauchen könntest, aber einfach nicht mehr hast.

Und was macht das jetzt mit der Partnerschaft?

Tja, von der Metaebene aus betrachtet kann man seinen Glaubenssätzen gut auf die Schliche kommen. Ist es doch immer leichter, von Außen Missstände aufzudecken und eine klare Meinung dazu zu haben. Wer weiß nicht, was der Stürmer bei der WM ganz klar hätte besser machen können, würde aber komplett versagen, wenn er/sie selbst auf dem Feld stünde? Genau.

Betrachtest Du Dich und Dein Handeln mal mit etwas Abstand, wird Dir sehr Vieles auffallen. Gutes und Schlechtes, das ist einfach so. Die Frage ist nun: was tust Du mit diesen Erkenntnissen? Was rätst Du Dir zu ändern? Wie könntest Du Dir helfen, das zu schaffen? Welche Dinge scheinen unausgesprochen zwischen Euch zu sein, weil jeder denkt, der andere würde das doch „sowieso wissen“?

Es ist leicht, aber gar nicht einfach. Sei gnädig mit Dir.

Wenn Du jetzt denkst: wovon zum Teufel spricht die? Das kann ich Dir gerne im persönlichen Gespräch per Video-Chat erklären. Gerade hast Du vielleicht Zeit dafür, nutze es ruhig.

Die halbe Stunde ist kostenlos und völlig unverbindlich. Wenn Du danach weiter machen möchtest, herzlich gerne. Wenn nicht, auch in Ordnung. Du weißt am besten, was Dir selbst gut tut und was nicht. Du glaubst es Dir vermutlich nur manchmal nicht. Richtig? 😉

Vielleicht bis bald persönlich, ansonsten bis zum nächsten Blog-Artikel.

Alles Liebe und bleib gesund,
Deine Stefanie

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