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Aufgeben – Pausieren – Kämpfen

 Die meisten Paare mit unerfülltem Kinderwunsch kommen irgendwann an den Punkt, an dem sie sich fragen müssen: aufgeben oder kämpfen? Der Großteil entscheidet sich dann für Möglichkeit 3: pausieren.

Jetzt müssen wir uns natürlich zuerst einmal fragen: was bedeutet aufgeben? Was bedeutet kämpfen? Und was geschieht während einer Pause? So sehr ich mich auch bemühe, ich kann keine klaren Definitionen dieser Begriffe mit Bezug auf den unerfüllten Kinderwunsch aller mir bekannten Paare liefern.

Ich kenne Paare mit Fertilitätsproblemen, die alle medizinischen Möglichkeiten ausschöpfen, solange es „nur“ die Behandlung der Körper betrifft und die Zeugung an sich auf natürlichem Wege im Mutterleib (maximal Insemination) möglich ist. Aus religiösen oder anderen persönlichen Gründen gehen sie nicht darüber hinaus, sondern akzeptieren (mal mehr, mal weniger erfolgreich) die Möglichkeit, kinderlos zu bleiben. Ist das dann Aufgeben oder Verantwortung für sich selbst und seine Überzeugungen übernehmen?

Mir sind aber auch Paare bekannt, die alle – und ich meine wirklich: alle! – erlaubten medizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft haben und nach zig erfolglosen Behandlungszyklen, mehreren Fehlgeburten, Eileiterschwangerschaften, doch noch Zwillinge bekommen haben. Wir nennen das dann „erfolgreich gekämpft“ und freuen uns natürlich über die Babys. Doch was hat dieser Kampf dem Paar auch gekostet? Finanziell, körperlich, seelisch, mental?

Antworten können nur die entsprechenden Paare geben und die äußern ihre Gedanken hierzu oft nicht laut, weil sie dann von Meinungen, Bewertungen und Verurteilungen ihrer Mitmenschen regelrecht beworfen werden. So zumindest meine Erfahrung.

Kennst Du das auch?

Eine Frau berichtete mir von ihrer ständigen Ungewissheit und Ambivalenz. Im Aufwachraum nach der ersten Punktion erzählte ihr eine ebenfalls gerade erwachte Frau, dass sie bald ihre sechste künstliche Befruchtung hat. Da dachte sie sich: „DAS mache ich auf gar keinen Fall mit. Sechs Mal, oh mein Gott!“ Die erste IVF meiner Gesprächspartnerin war leider erfolglos und trotz ihres vorherigen Skepsis plante sie sofort die zweite, die auch kurze Zeit später statt fand. Da war sie sich plötzlich doch nicht mehr sicher, ob sie sich selbst vertrauen könnte, im Notfall gut für sich und ihren Körper zu sorgen und ihr „auf keinen Fall“ zu akzeptieren. Die noch von der ersten Punktion übrigen Eizellen wurden befruchtet und eingesetzt und sie verbrachte zwei grüblerische Wochen bis zum Schwangerschaftstest. Mache ich das auch noch ein drittes Mal, was eine zweite Punktion bedeuten würde? Wenn nein, dann werde ich wahrscheinlich nie ein eigenes Kind haben! Übersteht das meine Partnerschaft? Was erzählen wir unseren Freunden? Sollen wir vielleicht doch adoptieren? Was kostet eine Leihmutter und wo bekomme ich die her, falls ich das überhaupt will? …

Fragen über Fragen und es gibt kein Richtig oder Falsch

Aber jetzt mal zurück zu Dir. Du hast auf meine Seite gefunden, liest meinen Artikel und befindest Dich mit großer Wahrscheinlichkeit in Kinderwunsch-Behandlung. Sind Dir die ganzen „Wenn, dann….“, „Ja, aber…“ bekannt und weißt Du auch manchmal gar nicht mehr, wo Dir der Kopf steht? Medizinische Folgebehandlungen locken mit erfolgversprechenden Statistiken. In den Foren sind gerade wieder einige schwanger geworden und Du willst das auch? Die Hormone machen Dir zu schaffen und in der Partnerschaft gibt es immer häufiger Streit über das Thema? Darauf hast Du keine Lust mehr? Ein Drama. Wirklich, das meine ich völlig ernst. Für viele ist das ein Drama. Oft das erste ihres Lebens.

Was kannst Du tun?

Wie kannst Du es schaffen, Herrin über Dein Leben und Deine Behandlungen zu werden und zu bleiben? Dir selbst, Deinen Vorhaben und deren Grenzen gegenüber treu zu bleiben? Wie weißt Du, dass Du den für Dich richtigen Weg gehst? Woran merkst Du das? Gehst Du den oft steinigen Weg der Kinderwunsch-Behandlung Hand in Hand mit Deinem Partner oder verliert Ihr Euch manchmal aus den Augen? Welche Erfahrungen habt Ihr beide im Leben mit Aufgeben, Pausieren, Kämpfen gemacht? Sind sich diese Erfahrungen ähnlich oder müsst Ihr erst mal für Begriffs-Klärung sorgen, bevor Ihr weiter planen könnt?

Kleiner Selbst-Test

Du siehst, das kann schnell kompliziert werden und um Dich nicht zu verlieren, beschäftige Dich vorab mit folgenden drei Fragen:

Auf einer Skala von 1 (sehr niedrig) bis 10 (sehr hoch):

  1. Wie hoch schätzt Du Deine Frustrationstoleranz ein?
    (Wikipedia: „Die Frustrationstoleranz ist eine Persönlichkeitseigenschaft, die die individuelle Fähigkeit beschreibt, eine frustrierende Situation über längere Zeit auszuhalten, ohne die objektiven Faktoren der Situation zu verzerren“ )
  2. Wie sehr stimmen Deine Wünsche in Bezug auf den Kinderwunsch mit den Vorstellungen Deines Partners/Deiner Partnerin überein?
  3. Wie sicher bist Du Dir, Deine (vorab gesetzten) Grenzen erkennen, annehmen und akzeptieren zu können?

Diese drei Fragen haben es wirklich in sich und können im Coaching locker einige Stunden in Anspruch nehmen. Und gleichzeitig sorgt ihre ehrliche, gut reflektierte Beantwortung für ein festes Fundament in schwierigen Zeiten, was tatsächlich Gold wert ist.

Möchtest Du – im besten Fall zusammen mit Deinem Partner/Deiner Partnerin – für mehr Klarheit sorgen? Dir einen Rahmen für die Zeit der Kinderwunsch-Behandlung bauen, der Euch Schutz bietet, Euch trägt und für Struktur sorgt? In dem es Bereiche für Plan A, Plan B, Plan C gibt? Der über einen Ruheraum verfügt mit einem „Bitte nicht stören!“-Schild an der Tür? Ja? Das wäre toll?

Dann los, Ihr schafft das schon! Und wenn nicht, dann helfe ich Euch gerne, wenn Ihr das wünscht! Natürlich kannst Du auch erst mal einzeln mit mir sprechen, vielleicht will der Partner/die Partnerin ein wenig später dazu stoßen.

Schreibe mir eine Nachricht per email (welcome@stefanie-stolle.de), um einen Termin für das 30minütige Erstgespräch zu vereinbaren. Darin besprechen wir kurz Dein Anliegen, überlegen gemeinsam, ob meine Hilfe die richtige für Dich ist und überlegen, wie es weitergehen kann. 

Erstgespräch vereinbaren

Neugierig geworden? Dann melde Dich gerne. Ich freue mich auf Dich.

Herzliche Grüße und vielleicht bis bald,

Deine Stefanie

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